Wortwitz, wenn man ein Wort wörtlich nimmt – Der Wolkenkratzer

1.05K
6
  • Unicorngraphics's avatar Artist
    Unicorngra...
  • DDG Model
    Nano Banana 2
  • Mode
    Pro
  • Access
    Public
  • Created
    3d ago
  • Try Try style

Prompt

**WOLKENKRATZER – WHEN WORDS ARE TAKEN LITERALLY** A whimsical, humorous, beautifully detailed storybook illustration in a realistic painterly fantasy style. High above a peaceful green countryside, a large, wonderfully fluffy white sheep stands on a small grassy hill that rises into the clouds. The sheep has a charming, slightly mischievous expression, soft curly wool, expressive eyes and a friendly face. With one of its front hooves, the sheep is enthusiastically scratching the underside of a huge, fluffy white cloud floating just above its head, exactly as an animal might scratch an itchy spot. The cloud has a funny, delighted face, its eyes half closed in pleasure, enjoying the scratching enormously. Tiny wisps of cloud fluff drift through the air. Several other clouds with amusing expressions float nearby, patiently waiting for their turn to be scratched. Far below, a picturesque landscape of rolling green hills, little cottages, flowering meadows and winding paths stretches into the distance. The atmosphere is playful, magical and irresistibly charming, with warm sunlight, soft volumetric lighting, delicate textures and beautiful pastel colours. Composition: The sheep and the delighted cloud are the unmistakable main subjects. The visual joke must be immediately understandable. Aspect ratio 4:3. No captions, no lettering, no borders. Small white unicorn emblem and the exact watermark text "AI by Unicorngraphics" in the lower-right corner.

More about Wortwitz, wenn man ein Wort wörtlich nimmt – Der Wolkenkratzer

Der Wolkenkratzer
Es gibt Berufe, von denen hat man schon gehört, obwohl man sich nicht vorstellen kann, dass irgendjemand sie tatsächlich ausübt. Wolkenkratzer zum Beispiel. Die meisten Menschen denken dabei an riesige Hochhäuser aus Stahl und Glas. Doch im kleinen Dorf Wiesenwinkel wusste man es besser. Dort lebte ein Schaf namens Wölkchen, das seinen Beruf außerordentlich ernst nahm. Wölkchen war ein Wolkenkratzer. Ein echter. Mit ausgezeichneten Referenzen. Angefangen hatte alles an einem Dienstag, als Wölkchen auf einem Hügel lag und ein Nickerchen machte. Plötzlich hörte es über sich ein jämmerliches Seufzen. „Ach, wenn mich doch bloß jemand kratzen würde!“ Wölkchen öffnete ein Auge. Direkt über seinem Kopf schwebte eine gewaltige weiße Wolke, die ausgesprochen gequält aussah. „Wo juckt es denn?“, fragte Wölkchen. „Links unten, neben dem kleinen Wirbel. Nein, das andere Links!“ Wölkchen stellte sich auf die Hinterbeine, streckte einen Vorderhuf aus und kratzte vorsichtig an der Wolke. „Ooooooh!“, machte diese. „Genau da! Ein bisschen höher! Himmel, ist das herrlich!“ Vor Begeisterung verlor sie drei kleine Schäfchenwolken. Wölkchen kratzte weiter, bis die Wolke zufrieden schnurrte. Wolken schnurren normalerweise nicht. Sie donnern oder regnen. Doch diese schnurrte wie eine Katze vor einer Schüssel Sahne. „Du hast Talent!“, erklärte sie. „Du solltest das beruflich machen.“ Wölkchen dachte darüber nach. Bisher bestand sein Berufsleben aus Grasfressen und Flucht vor Bauer Heinrichs Schermaschine. Eine Veränderung konnte nicht schaden. Am nächsten Morgen eröffnete Wölkchen seine Praxis auf dem höchsten Hügel von Wiesenwinkel. Ein Schild verkündete: WÖLKCHENS WOLKENKRATZEREI – WIR KRATZEN, WO ANDERE NICHT HINKOMMEN. Bereits um neun Uhr warteten sieben Wolken. Die erste war eine schüchterne Schönwetterwolke mit einem Jucken hinter dem rechten Ohr. Die zweite war eine riesige Gewitterwolke mit einem Knoten im Rücken. „Vorsicht“, warnte sie. „Wenn du die falsche Stelle erwischst, könnte ich blitzen.“ Wölkchen kratzte behutsam. Ein Donnergrollen ertönte. „War das gut oder schlecht?“, fragte es. „Ausgezeichnet“, antwortete die Gewitterwolke. „Das war mein zufriedenes Grummeln.“ Die dritte Kundin war eine elegante Federwolke, die verlangte, dass ihre Frisur nicht beschädigt werde. „Nur die Spitzen, bitte. Ich habe heute Abend einen Sonnenuntergang.“ Wölkchen gab sich Mühe. Als die Federwolke davonschwebte, sah sie aus wie ein explodierter Staubwedel. Sie war begeistert. Schon nach einer Woche hatte sich Wölkchens Ruf über den Himmel verbreitet. Wolken kamen aus allen Richtungen. Manche hatten Verspannungen; eine Regenwolke bekam beim Kinnkratzen Schluckauf. Das führte zu heftigen Regenschauern, weshalb Bauer Heinrich einen Regenschirm neben die Haustür stellte. „Dieses Schaf ruiniert mir die Heuernte!“, schimpfte er. „Gestern Sonnenschein, heute Nieselregen, morgen wahrscheinlich Hagel!“ Doch Wölkchen ließ sich nicht beirren. Kundenzufriedenheit war schließlich wichtiger als ein trockener Heuhaufen. Eines Morgens erschien eine vornehme Wolke mit goldenen Rändern. Sie stellte sich als Gräfin Cirrulina von Himmelsruh vor und verlangte eine vollständige Behandlung. „Ich habe seit dreihundert Jahren niemanden gefunden, der meine Unterseite ordentlich kratzt“, erklärte sie. „Die letzten Versuche unternahmen zwei Bergsteiger. Einer fiel herunter, der andere eröffnete anschließend ein Schuhgeschäft.“ Wölkchen kratzte eine volle Stunde. Die Gräfin seufzte, lächelte und verlor so viel Wolkenwatte, dass das Dorf aussah, als hätte jemand tausend Federkissen ausgeschüttelt. Die Kinder jubelten. Heinrich nicht. „Wenn das so weitergeht, brauche ich einen Schneepflug im Juli!“ Kompliziert wurde es, als ein offizieller Brief vom Himmlischen Wetteramt eintraf. Ein Storch brachte ihn persönlich vorbei und verlangte drei Frösche als Zustellgebühr. Wölkchen konnte nur Gras anbieten, worauf der Storch beleidigt abzog. Im Brief stand, dass eigenmächtiges Kratzen meteorologischer Erscheinungen gegen Paragraph 17 der Allgemeinen Wolkenordnung verstoße.Beanstandet wurden unkontrollierte Niederschläge, unerlaubte Wolkenverformungen und absichtlich hervorgerufenes zufriedenes Donnergrollen. Wölkchen war empört. „Seit wann braucht man eine Genehmigung, um jemanden zu kratzen?“ Die Antwort kam am nächsten Morgen in Gestalt eines kleinen grauen Beamtenwölkchens mit Brille, Krawatte und einer Aktentasche aus Nebel. „Mein Name ist Herr Nimbulus“, sagte es streng. „Wolkeninspektor dritter Klasse. Ich überprüfe Ihre Tätigkeit.“ Wölkchen führte eine Probebehandlung vor. Herr Nimbulus beobachtete alles mit zusammengekniffenen Augen. „Unzulässige Hufbewegung“, murmelte er. „Mangelhafte Dokumentation. Fehlende Niederschlagsversicherung.“ Dann bemerkte er, dass ihm selbst die linke Unterseite juckte. Nach fünf Minuten schwebte er nervös hin und her.

Comments


Loading Dream Comments...

Discover more dreams from this artist