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ArtistA hilarious, whimsical, highly detailed realistic-painterly storybook illustration, 4:3 landscape format. Inside a charming old-fashioned farmhouse kitchen, a magnificent living rooster stands proudly on the edge of a large white porcelain sink. The rooster has beautiful copper-red and golden feathers, an emerald-green tail, a bright red comb, and a hilariously self-important facial expression. Instead of crowing, a strong, continuous stream of crystal-clear water flows directly from the rooster's open beak into the sink, exactly like a working kitchen faucet. The water flow must be clearly visible and unmistakably originate from his beak. Beside the sink, a completely bewildered elderly plumber wearing blue overalls holds a wrench and examines the plumbing beneath the sink. His expression shows utter disbelief. The ordinary metal faucet above the sink is completely dry and unused. A tiny cheeky mouse watches from the windowsill, looking thoroughly amused. Warm morning sunlight through the kitchen window, rustic wooden cabinets, copper pots, charming countryside atmosphere, exaggerated humorous expressions, beautiful feather textures, cinematic composition, soft volumetric lighting, magical realism. No captions, no speech bubbles, no additional text. Small white unicorn emblem with the watermark "AI by Unicorngraphics" in the lower-right corner.
Eine ziemlich feuchte Angelegenheit
Als Klempnermeister Erwin Tropf an diesem Dienstagmorgen den Bauernhof von Frieda Knödel betrat, ahnte er nicht, dass seine fünfunddreißigjährige Berufserfahrung in den nächsten zehn Minuten vollständig wertlos werden würde. „Der Wasserhahn spinnt“, hatte Frieda am Telefon gesagt. Erwin hatte an eine tropfende Dichtung gedacht, vielleicht an ein verkalktes Ventil. Doch in der Küche stand ein prächtiger Hahn auf dem Spülbecken und ließ einen kräftigen Wasserstrahl aus seinem Schnabel sprudeln. Daneben befand sich ein vollkommen trockener Metallhahn. Erwin setzte seine Werkzeugtasche ab. „Wo ist denn das Problem?“ Frieda zeigte auf das Tier. „Er hört nicht mehr auf.“ Der Hahn reckte stolz den Kamm. Erwin kniete sich vor die Spüle. „Wie lange läuft er schon?“ „Seit halb sechs.“ „Und vorher?“ „Hat er gekräht.“ Erwin betrachtete die Wasserleitung unter dem Becken. „Ist er irgendwo angeschlossen?“ „Nur emotional“, antwortete Frieda. „An die Henne Hildegard. Aber die hat ihn gestern verlassen.“ Der Hahn gurgelte beleidigt, und der Wasserstrahl wurde doppelt so stark. Erwin notierte: Ursache möglicherweise Liebeskummer. Der Hahn hieß Konstantin von Kikeriki und hatte schon immer höhere Ansprüche gehabt als gewöhnliches Federvieh. Während andere Hähne morgens krähten, verlangte er Applaus. Vor drei Tagen hatte Frieda einen neuen Wasserhahn gekauft. Konstantin hatte die Beschreibung gelesen, den Karton zerhackt und erklärt, er könne das besser. Am nächsten Morgen kam statt Kikeriki ein dünnes Rinnsal aus seinem Schnabel. Frieda fand das zunächst praktisch. Sie konnte damit ihre Gießkanne füllen. Am dritten Tag hätte sein Wasserstrahl die Dorfkirche reinigen können. „Wir haben jetzt fließendes Wasser“, erklärte Frieda, „aber leider auch fliegende Handtücher.“ „Bitte einmal den Schnabel öffnen.“ Konstantin öffnete ihn. Erwin bekam eine volle Ladung ins Gesicht. „Sehr witzig“, murmelte Erwin und wrang seine Mütze aus. „Vielleicht hat er einen Haupthahn“, überlegte Erwin. Frieda zeigte zum Stall. „Da hinten laufen noch vier.“ „Ich meine ein Absperrventil!“ „Konstantin lässt sich grundsätzlich nichts verbieten.“ Erwin versuchte, den roten Kamm vorsichtig nach links zu drehen. Der Hahn schlug empört mit den Flügeln und bespritzte den Küchenschrank. „Links herum müsste er eigentlich zugehen“, erklärte Erwin. Schließlich rief Erwin seinen Kollegen Günther an. „Ich habe hier einen Wasserhahn, der Federn hat.“ Am anderen Ende herrschte Stille. „Erwin, hast du wieder den Kleber für Rohrverbindungen eingeatmet?“ „Nein! Der Hahn steht auf der Spüle!“ „Dann schraub ihn ab.“ „Er hat Krallen!“ Günther legte auf. Konstantin hingegen genoss die Aufmerksamkeit. Die Maus applaudierte mit ihren winzigen Pfoten. Frieda seufzte. „Seit er ein Wasserhahn ist, hält er sich für einen Springbrunnen.“ Kurz darauf erschien Bürgermeister Bodo Wichtig, angelockt von Gerüchten über eine neue Sehenswürdigkeit. „Eine technische Sensation!“, rief er. „Wir machen daraus ein Wahrzeichen!“ Er wollte den Hahn auf dem Marktplatz aufstellen und Eintritt verlangen. Konstantin hörte das Wort Wahrzeichen und plusterte sich begeistert auf. Der Strahl traf den Bürgermeister mitten auf die Schärpe. „Ein lebendiger Brunnen!“, jubelte Bodo und spuckte Wasser. „Mit natürlicher Druckregelung!“ Erwin schüttelte den Kopf. „Von Regelung kann keine Rede sein.“ Bodo verlangte eine feierliche Einweihung. Erwin sollte das rote Band durchschneiden, doch Konstantin fraß es auf. „Das war Seide!“, rief Bodo. „Dann haben wir jetzt besonders weiches Wasser“, meinte Frieda. Der Bürgermeister hielt trotzdem eine Rede über den Fortschritt auf dem Lande. Als er „Unsere Gemeinde sitzt niemals auf dem Trockenen“ verkündete, öffnete Konstantin den Schnabel. Bodo wurde mitsamt seiner Schärpe in den Wäschekorb gespült. „Das ist Bürgernähe!“, rief er von dort. Erwin entdeckte inzwischen etwas Beunruhigendes: Konstantin konnte die Temperatur verändern. Als Frieda ihm kalte Körner vorsetzte, kam Eiswasser. Als sie ihm heißen Maisbrei gab, stieg Dampf aus seinem Schnabel. „Ein Durchlauferhitzer!“, flüsterte Erwin. „Ohne Strom!“ „Mit Frühstück“, korrigierte Frieda. Konstantin verneigte sich und übergoss Bodo erneut. Bis zum Mittag hatte sich das ganze Dorf versammelt. Ein Reporter fragte: „Wie fühlt es sich an, Deutschlands erster gefiederter Wasserhahn zu sein?“ Konstantin antwortete mit einem Strahl, der dem Reporter den Hut vom Kopf schoss. Die Schlagzeile lautete später: STAR VERWEIGERT INTERVIEW – PRESSE UNTER DRUCK. Ein Hotel wollte ihn als Dusche mieten, ein Gärtner als Bewässerungsanlage. Erwin hörte all das und wurde immer blasser. „Ich repariere seit Jahrzehnten Wasserhähne“, sagte er. „Und jetzt macht ein Huhn meinen Beruf.“ „Ein Hahn“, verbesserte Frieda. „Und er verlangt bereits eine Gewerbeanmeldung.“ Die Maus, die Frieda Mäuschen Milla nannte, trug das Papier zum Bürgermeister.