For Beate, Mimi, Micki, and Mizzi - Mizzi und die gestohlene goldene Kugel

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Prompt

Ein kleines Mädchen mit zerzausten roten Zöpfen, grünen Augen und Sommersprossen auf der Nase, zerrissene Jeans, helles Shirt und barfuß schaut neugierig in ein Fenster des Schlosses. Ein kleiner süßer Hund steht neben dem Mädchen auf den Hinterpfoten und schaut auch hinein. Im Zimmer befindet sich die Königstochter, die ganz entsetzt auf eine kleine getigerte Katze schaut, die aufrecht vor ihr steht. Die Katze hält einen goldenen Ball in den Vorderpfoten und spitzt ihre Lippen, weil sie von der Königstochter einen Kuss will. Der Frosch steht beleidigt an der Tür des Zimmers. Mit Elementen eines Kohlezeichnungs-Effekts. Die Kulisse sollte skurril und magisch wirken.

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Es war einmal ein Königreich, in dem die Rosen bei Vollmond flüsterten. Dort lebten drei Freunde: Mimi, ein Mädchen mit roten Zöpfen und unerschöpflicher Neugier, Micki, ein kleiner zotteliger Hund mit dem Mut eines Löwen, und Mizzi, eine getigerte Katze, die überzeugt war, dass sämtliche Märchen dringend eine klügere Hauptdarstellerin brauchten. Eines Abends kamen sie zum alten Schlossbrunnen. Dort saß ein dicker grüner Frosch und polierte eine goldene Kugel. „Mein kostbarster Schatz“, quakte er, „und meine Eintrittskarte in ein besseres Leben!“ „Was für ein Leben?“, fragte Mimi. „Eines mit weichen Kissen, köstlichem Essen und einer Prinzessin, die mich küsst.“ Mizzi spitzte die Ohren. „Warum sollte sie das tun?“ Der Frosch reckte stolz das Kinn. „Weil es so im Märchen steht! Die Königstochter hat ihre Kugel verloren. Ich bringe sie zurück, und dafür darf ich von ihrem Teller essen und in ihrem Bett schlafen.“ „Mit diesen nassen Füßen?“, fragte Mizzi entsetzt. „Das ist Tradition!“, rief der Frosch. „Traditionen“, erwiderte Mizzi, „sind Gewohnheiten, die noch niemand gründlich hinterfragt hat.“ Als der Frosch sich über den Brunnen beugte, um sein Spiegelbild zu bewundern, schnappte Mizzi die Kugel und verschwand zwischen den Rosen. „Mizzi!“, rief Mimi. „Du kannst doch nicht einfach etwas stehlen!“ „Ich stehle nicht“, antwortete die Katze. „Ich verbessere die Handlung.“ Micki bellte begeistert. Der Frosch sprang ihnen nach, blieb jedoch in einer Seerose hängen. „Das wird Folgen haben!“, schrie er. „Schwere märchenrechtliche Folgen!“ Mizzi eilte zum Schloss, Mimi und Micki hinterher. Das Schloss glänzte im Mondschein. An der Rückseite entdeckte Mimi ein offenes Fenster. Dahinter lag das königliche Schlafgemach. Darauf saß die Königstochter und seufzte. „Schon wieder ein Abend ohne Abenteuer“, murmelte sie. „Und Vater will, dass ich morgen einen Prinzen heirate, dessen größtes Talent darin besteht, seine Stiefel zu zählen.“ Da sprang Mizzi auf den Fenstersims und von dort ins Zimmer. Auf den Hinterpfoten stehend, hielt sie die goldene Kugel hoch. „Eure Hoheit“, verkündete sie, „ich bringe Euch etwas, das Ihr vermisst.“ Die Prinzessin riss die Augen auf. „Meine Kugel! Aber du bist ja eine Katze!“ „Eine treffende Beobachtung“, sagte Mizzi. „Eure Ausbildung war offenbar nicht völlig umsonst.“ Draußen spähten Mimi und Micki neugierig herein. Die Prinzessin musste lachen. „Wer bist du?“ „Mizzi, Märchenretterin. Draußen warten Mimi und Micki.“ „Und woher hast du meine Kugel?“ Mizzi räusperte sich. „Aus einer ausgesprochen fragwürdigen Verwaltungssituation.“ Genau da flog die Tür auf. Auf der Schwelle stand der Frosch, außer Atem, mit verschränkten Armen und einer Seerose auf dem Kopf. „Diebstahl! Betrug! Märchenfälschung! Diese Katze hat mir meine Zukunft gestohlen!“ Die Prinzessin staunte. „Was ist hier los?“ „Ich habe Eure Kugel gefunden“, erklärte der Frosch, „und gemäß Abschnitt sieben der alten Brunnenvereinbarung steht mir dafür ein Kuss zu!“ „Gibt es diese Vereinbarung schriftlich?“, fragte Mimi, die inzwischen ins Zimmer geklettert war. „Natürlich nicht! Sie ist uralt!“ „Wie praktisch“, murmelte Mizzi. Der Frosch blähte seine Kehle auf. „Ich bin ein verzauberter Prinz!“ „Das behauptet jeder zweite Frosch“, sagte Mizzi. Die Prinzessin betrachtete den Frosch nachdenklich. „Wenn du wirklich ein Prinz bist, warum fragst du mich nicht, ob ich dich küssen möchte?“ „Weil das Märchen anders geht!“ „Dann ist es vielleicht schlecht geschrieben“, erwiderte die Prinzessin. Micki bellte zustimmend. Doch plötzlich begann die goldene Kugel zu summen. Ein Lichtstrahl schoss hervor und verwandelte sich in eine winzige Frau mit einer Brille aus Sternenstaub und einem Buch, das größer war als sie selbst. „Halt!“, piepste sie. „Amt für Märchenordnung, Abteilung Unerwartete Wendungen! Wer hat die vorgeschriebene Handlung verändert?“ „Ich“, sagte Mizzi stolz. „Und ich würde es wieder tun.“ Die Beamtin blätterte hektisch. „Frosch bringt Kugel. Prinzessin küsst Frosch. Frosch wird Prinz. Hochzeit. Ende. So steht es hier!“ „Und wenn die Prinzessin keinen Prinzen möchte?“, fragte Mimi. Die Beamtin erstarrte. „Dafür gibt es kein Formular.“ „Dann schreiben wir eines“, sagte die Prinzessin. „Ich möchte lieber die Welt sehen.“ Mizzi nickte anerkennend. „Zuerst müssen wir aber klären, ob der Frosch tatsächlich verzaubert ist.“ „Selbstverständlich!“, rief er. „Ich war Prinz Fridolin von Quakenfels. Eine Fee verfluchte mich, weil ich ihren Kuchen beleidigte.“ „Was hast du gesagt?“, fragte Mimi. „Dass er trocken war.“ „War er trocken?“ „Staubtrocken“, gab Fridolin zu. Die Märchenbeamtin blätterte weiter. „Moment! Hier steht, der Fluch endet nicht durch einen Kuss. Er endet, sobald jemand dem Prinzen freiwillig etwas schenkt, ohne eine Gegenleistung zu verlangen.“ „Warum erzählt dann jeder von einem Kuss?“, fragte die Prinzessin. „Weil niemand die Fußnoten liest“, erklärte die Beamtin.

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