Der Weg durch das steinerne Tor

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Der Weg durch das steinerne Tor
Gribbel Farnschnapper war ein Reisender aus Überzeugung und ein Wegfinder aus Versehen. Eigentlich hatte er nur sein Heimatdorf verlassen, um in der nächsten Stadt eine neue Dichtung für den tropfenden Teekessel seiner Großmutter zu kaufen. Doch unterwegs war er zweimal falsch abgebogen, hatte drei Berge überquert, einen versunkenen Tempel entdeckt und schließlich beschlossen, dass ein guter Irrweg interessanter war als jedes geplante Ziel. Seitdem zog er mit seinem gesamten Besitz auf dem Rücken durch die Welt. In seinen Taschen trug er einen Kompass, der stets nach Süden zeigte, eine Flasche mit Regenwasser, einen stumpfen Löffel, zwei leere Kartenrollen und ein Stück Käse, das vermutlich älter war als er selbst. Sein treuester Begleiter war die große Kragenechse Raska. Sie konnte schneller laufen als ein Wüstenwind, benötigte kaum Wasser und wusste meist besser als Gribbel, wann sie sich verirrt hatten. An diesem Morgen ritten sie durch das Tal der roten Steine. Die Sonne war gerade über den Felsen erschienen, doch die Luft flimmerte bereits vor Hitze. Seit drei Tagen folgte Gribbel einer Karte, die er auf der Rückseite eines alten Gasthausschildes gefunden hatte. Darauf war nur ein einziger Ort eingezeichnet: ein steinerner Bogen mitten in der Wüste. Daneben standen die Worte: WER HINDURCHREITET, FINDET, WAS ER SUCHT. „Das ist eindeutig für uns bestimmt“, erklärte Gribbel. Raska schnaubte. „Für mich jedenfalls. Du suchst vermutlich nur den nächsten schattigen Felsen.“ Die Echse blieb plötzlich stehen. Vor ihnen erhob sich genau der Bogen aus der Karte. Er bestand aus gewaltigen verwitterten Steinen und stand völlig allein in der Ebene. Dahinter befand sich nichts als Sand, Felsen und der blasse Horizont. Gribbel nahm seine Schutzbrille ab, putzte die Gläser und setzte sie wieder auf. Der Bogen war noch immer da. „Nun, Raska“, sagte er feierlich, „gleich erfahren wir, wonach ich wirklich suche.“ Raska drehte langsam den Kopf und sah ihn mit einem Blick an, der deutlich sagte, dass sie das längst wusste: Wasser, Schatten und ein warmes Abendessen. Gribbel lenkte sie auf den Bogen zu. Doch je näher sie kamen, desto weiter schien er sich zu entfernen. Raska beschleunigte. Staub wirbelte unter ihren Füßen auf, ihr Halskragen flatterte im Wind, und Gribbel klammerte sich am Sattel fest. Trotzdem blieb der Abstand gleich.

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