Comments
Loading Dream Comments...
You must be logged in to write a comment - Log In
ArtistA post-apocalyptic, full-body portrait of a beautiful woman with long dark hair, wearing a camouflage military uniform with a samurai sword in her right hand and a sheathed sword on her back. She walks along a destroyed street, flanked by two wolves, as a large fire burns in the background to the left. The ground is covered in debris and mud, reflecting the fire's glow in puddles. The sky is white and cloudy, hinting at ash or smoke. The woman, with a serious and determined expression, is wearing a dark necklace with a turquoise pendant. Her uniform includes a shoulder holster, an ammunition belt, gloves, and sturdy boots. The wolves have thick fur, with one on the left looking forward and the other on the right looking at the camera with an open mouth.style by. style by Jean-Baptiste Monge × Piotr Jabłoński
Die Letzte vom Außenposten
Als Mara an diesem Morgen die Augen öffnete, brannte der westliche Teil des Außenpostens bereits. Sie wusste nicht, wer das Feuer gelegt hatte, und inzwischen spielte es keine Rolle mehr. Seit drei Tagen war kein Funkspruch eingegangen, seit zwei Tagen gab es keinen Strom, und seit gestern Abend hatte sie keinen anderen Menschen mehr gesehen. Die Straßen zwischen den verlassenen Werkhallen waren zu schlammigen Gräben geworden. Zerbrochene Leitungen hingen von den Masten, ausgebrannte Fahrzeuge standen zwischen Trümmern, und über allem lag dieser graue Himmel, der aussah, als hätte selbst er beschlossen, die Gegend aufzugeben. Nur Fen und Rauk waren noch bei ihr. Die beiden Wölfe bewegten sich lautlos neben ihr, während Mara durch eine tiefe Pfütze ging. Fen hielt sich links, dicht bei den brennenden Gebäuden. Rauk lief rechts und blieb immer wieder stehen, um in die Ruinen zu lauschen. Sie brauchte ihnen keine Befehle zu geben. Die drei waren lange genug gemeinsam unterwegs, um zu wissen, was der andere tun würde. Mara trug zwei Schwerter. Eines hielt sie in der rechten Hand, das andere steckte in der Scheide an ihrer Seite. Früher hatten manche darüber gelacht. In einer Welt voller moderner Waffen erschien ein Schwert wie ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit. Doch moderne Waffen benötigten Munition, Ersatzteile und manchmal Strom. Eine Klinge verlangte lediglich eine ruhige Hand. Um ihren Hals hing ein türkisfarbener Stein. Er war das Einzige, was sie von ihrer Mutter besaß, und seit Mara denken konnte, hatte sie ihn getragen. An diesem Morgen jedoch fühlte er sich ungewöhnlich warm an. Sie blieb stehen. Fen bemerkte es sofort und blickte zu ihr. „Ich weiß“, murmelte Mara. „Mir gefällt es auch nicht.“ Hinter ihnen brach ein Teil des brennenden Daches zusammen. Funken stoben in den grauen Himmel. Rauk knurrte. Nicht in Richtung des Feuers. Nach vorn. Mara hob das Schwert. Am Ende der Straße stand ein Gebäude, das gestern noch nicht dort gewesen war. Dessen war sie sich sicher. Zwischen zwei eingestürzten Lagerhallen erhob sich eine schmale schwarze Konstruktion ohne Fenster. Keine Tür, keine Beschriftung, keine sichtbare Naht. Nur eine glatte dunkle Wand. Der Stein an Maras Hals wurde heißer. „Also deswegen“, sagte sie leise. Fen ging voraus, Rauk folgte. Je näher sie dem Gebäude kamen, desto stiller wurde die Umgebung. Das Prasseln des Feuers verstummte.