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Als Brommel Rotbart verkündete, dass er eine Expedition zum anderen Ende des Grünthals unternehmen wolle, lachte das gesamte Dorf. Nicht wegen des Ziels, denn hinter den fernen Bergen sollte tatsächlich die sagenhafte Quelle der sieben Geschmäcker liegen. Man lachte über sein Reittier. Brommel hatte nämlich nicht das schnellste Pferd, keinen kräftigen Ochsen und nicht einmal einen störrischen Esel ausgewählt. Vor dem Dorf wartete eine gewaltige Schnecke namens Mathilda. Auf ihrem mächtigen Gehäuse war eine hölzerne Plattform befestigt, auf der drei Reisende, ihre Rucksäcke, eine Laterne und sogar ein kleiner Kochtopf Platz fanden. „Mit dieser Schnecke seid ihr noch nicht einmal über die Brücke, wenn der Winter beginnt“, spottete der Schmied. „Unsinn“, erwiderte Brommel und strich über seinen roten Bart. „Mathilda kennt eine Abkürzung.“ Neben ihm saß Professor Firlefanz, ein weißbärtiger Kartenkundiger, der eine Landkarte auf den Knien hielt. Der dritte Reisende hieß Dargan und trug seinen Helm sogar beim Schlafen. Er war für die Sicherheit zuständig, vor allem aber für das Essen. „Die Quelle liegt genau dort“, erklärte Firlefanz und zeigte auf einen winzigen blauen Punkt am oberen Rand seiner Karte. „Wenn wir dem Fluss folgen, den Birkenwald durchqueren und anschließend den Bergpass nehmen, sollten wir unser Ziel in zwölf Tagen erreichen.“ Mathilda streckte ihre langen Fühler aus und bog sofort in die entgegengesetzte Richtung ab. „Sie scheint anderer Meinung zu sein“, sagte Dargan. Brommel zog vorsichtig an den Zügeln, doch die Schnecke ließ sich nicht beirren. Sie glitt durch eine flache Furt, folgte einem schmalen Pfad zwischen Blumenwiesen und trug ihre drei Passagiere stetig talwärts. Am Abend hatten sie kaum eine Meile zurückgelegt. Dargan entzündete die Laterne und hängte den Kochtopf über den kleinen Ofen. „Wenn wir schon nicht vorankommen, können wir wenigstens gut essen.“ In der Nacht regnete es. Die Wege verwandelten sich in Schlamm, der Fluss trat über die Ufer, und in der Ferne rumpelte ein Erdrutsch. Am nächsten Morgen entdeckten die Reisenden, dass die steinerne Brücke hinter ihnen eingestürzt war. Kein Pferd und kein Wagen hätte den überfluteten Weg passieren können. Mathilda hingegen glitt ruhig weiter. Wasser und Schlamm schienen sie nicht im Geringsten zu stören. „Vielleicht war ihre Richtung doch nicht ganz falsch“, murmelte Firlefanz. Am dritten Tag führte die Schnecke sie zu einem überwucherten Hohlweg, der auf keiner Karte eingezeichnet war. Er verlief zwischen zwei bewaldeten Hügeln und endete vor einer steilen Felswand. Brommel wollte bereits umkehren, doch Mathilda kroch direkt auf den Stein zu. Im letzten Augenblick bemerkten sie einen schmalen Spalt. Für ein Pferd wäre er zu eng gewesen, doch Mathilda zog ihre Fühler ein und glitt hindurch.