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Bevor Morksik Borstel traf, war er überzeugt, ein guter Reisender brauche drei Dinge: Proviant, eine brauchbare Karte und ein Reittier, das ungefähr dieselbe Vorstellung vom Ziel hatte wie sein Reiter. An jenem Morgen besaß Morksik nur eines davon. Sein Reittier hieß Pikkolo, war fast dreimal so groß wie er und sah aus, als hätte jemand einen Pfau, einen Laufvogel und einen eitlen Hahn miteinander verwechselt. Seine Federn schimmerten blau, grün, kupferrot und golden. Pikkolo konnte schneller laufen als jedes Pferd und selbst auf steinigen Wegen das Gleichgewicht halten. Leider hielt er Wegentscheidungen für eine persönliche Angelegenheit. „Links“, sagte Morksik. Pikkolo lief rechts. „Langsamer.“ Pikkolo beschleunigte. „Halt!“ Pikkolo blieb so plötzlich stehen, dass Morksik beinahe über seinen Kopf flog. „Wir müssen noch an unserer Zusammenarbeit arbeiten.“ Pikkolo schüttelte die Federn. Sie waren seit zwei Tagen unterwegs. Morksik wollte nach Dornfeld, wo einmal im Jahr der große Markt der Reisenden stattfand. Dort hoffte er eine neue Karte des nördlichen Landes zu kaufen. Seine alte hatte mehrere Nachteile. Ein Fluss verlief quer durch einen eingezeichneten Berg, zwei Dörfer lagen an derselben Stelle, und jemand hatte an den Rand geschrieben: HIER NICHT WEITERGEHEN. Morksik hielt solche Hinweise für unvollständig. Warum nicht? Wegen eines Abgrunds? Wegen Räubern? Oder weil dort jemand seine Ruhe haben wollte? Gegen Mittag erreichten sie eine Weggabelung. Drei Straßen führten auseinander. Daneben stand ein Wegweiser mit drei großen Tafeln. Morksik zog die Zügel. „Endlich.“ Er stieg ab und trat näher. Keine der Tafeln trug einen Namen. „Natürlich.“ Die Bretter waren glatt, als hätte nie etwas darauf gestanden. Pikkolo pickte an einer Blume. „Das hilft uns nicht.“ Morksik holte seine Karte hervor. Laut ihr gab es hier keine Kreuzung. Der Weg sollte geradeaus führen. Genau dort stand allerdings eine Steinmauer. „Gut. Wir denken nach.“ Der linke Weg führte bergauf. Der mittlere verschwand zwischen alten Bäumen. Der rechte verlief durch sonnige Wiesen. Pikkolo ging sofort zum rechten. „Nein. Der sieht viel zu freundlich aus.“ Pikkolo sah ihn an. „Wege, die unbedingt genommen werden wollen, machen mich misstrauisch.“ Morksik entschied sich für den mittleren. Eine Stunde später kamen sie wieder an derselben Kreuzung an. „Interessant.“ Diesmal nahm er den linken Weg. Nach einer weiteren Stunde standen sie erneut vor dem Wegweiser. Pikkolo scharrte mit einem Fuß. „Sag nichts.“ Nun versuchte Morksik den rechten Weg. Er führte durch Blumenwiesen, an einem Bach entlang und über einen Hügel. Dahinter wartete der Wegweiser. Morksik stieg ab. „Das ist geografisch beleidigend.“ Pikkolo setzte sich auf den Boden. Morksik untersuchte den Pfosten. An seiner Rückseite entdeckte er eine eingeritzte Zeile: WER EIN ZIEL SUCHT, FINDET NUR DEN WEG ZURÜCK. „Das hätte man auch vorne hinschreiben können.“